Sommergedanken
summer thoughts
⇢ english version below
Es ist Mitte August. Ich sitze wieder in Köln am Schreibtisch. Zwischenzeitlich war ich im Urlaub an der deutschen Nordsee, es hat relativ viel geregnet. Heute ist es heiß.
Vorm Urlaub konnte ich an nichts anderes denken, als daran, endlich in den Urlaub zu fahren. Ich brauchte eine Pause. Vor allem von dem Gefühl der Überforderung in meiner Selbstständigkeit, welches mich seit Monaten begleitet.
In der letzen Woche vor der Abreise machte ich meine Steuererklärung, verschickte zwei Portfolios und beendete einen Auftrag, den ich zu lange vor mich hin geschoben hatte. Ich wollte nach dem Urlaub mit einer gewissen Leichtigkeit starten. Vielleicht hatte ich sogar ein wenig die Hoffnung auf einen Neuanfang mit der Idee, diese anstrengende Phase durch etwas Abstand und der Kraft des eiskalten Meerwassers hinter mir lassen zu können.
Jetzt sitze ich seit drei Tagen wieder an meinem Schreibtisch und es scheint mir als hätte eine dunkle Wolke hier auf mich gewartet, ich tauche sofort in sie hinein. Ich kann nicht klar sehen; kann nicht erkennen, weder wo ich mich befinde, noch wohin ich hin will. Nichts funktioniert so richtig. Die Zeit ist zäh und rennt gleichzeitig davon. Wie ich selber in meinen Träumen, wenn ich weglaufen will aber nicht von der Stelle komme.
Ich habe meine Ziele vergessen oder sie kommen mir zu weit entfernt vor. Die Gegenwart überfordert mich. Sie ist zu viel. Ausgehend von meiner eigenen Ohnmacht blicke ich auf die Welt. Mir wird übel.
Ich hoffe es wird besser. Zumindest dann, wenn ich einfach weitermache. Aktiv bleibe.
In Bezug auf meine Arbeit glaube ich sogar daran. Blicke ich in die Ferne, scheint mir das leider von geringer Bedeutung.
⇢ english
It's mid-August. I'm back at my desk. In the meantime, I was on holiday at the North Sea coast in Germany, where it rained quite a lot. Today it's hot.
I couldn't think of anything else before my holiday except going on holiday. I needed a break. Above all, I needed a break from the feeling of being overwhelmed by my self-employment, which had been with me for months.
In the last week before I left, I did my annual tax return (Steuererklärung), sent out two portfolios and finished a job that I procrastinated on for too long. I wanted to start with a certain lightness after my holiday. Maybe I even had a little hope for a restart, thinking I could leave this stressful phase behind with some distance and the power of the crystal-cold sea water.
Now I've been sitting at my desk for three days and it seems as if a dark cloud has been waiting for me here, and I immediately dive into it. I can't see clearly; I can't tell where I am or where I want to go.
Nothing really works. Time is both slow and running away. Like myself in my dreams, when I run and at the same time don't move forward.
I have forgotten my goals, or they seem too far away. The present overwhelms me. It is too much. Based on my own powerlessness, I look at the world. I feel sick. I hope that things will change for the better. At least if I just keep going.
In terms of my work, I actually believe this will happen. But when I look into the distance, it appears to be of little importance.




